Autonome Tutorien

Autonome Tutorien im Sommersemester 2018

AT-1: Die Aktualität von Marx entdecken ? Lesekreis

AT-2: Orientalismus in den Zeiten von Trump und IS

Was sind autonome Tutorien?

Autonome Tutorien (AT) werden von Studierenden selbstorganisiert als Ergänzung und Erweiterung des Lehrangebots am Fachbereich angeboten. Sie können humangeographische und verwandte Themen, Perspektiven oder auch Methoden behandeln. Sie sollen Studierenden ?  sowohl als Teilnehmende wie auch als Organisierende ? die Möglichkeit geben, ihren Interessen über den Standard-Lehrplan hinaus nachzugehen und Neues kennenzulernen. Die Organisierenden erhalten eine finanzielle Aufwandsentschädigung. Ausschreibung und Auswahl erfolgt durch das Studierendenforum Humangeographie (SFH).

 

 

Nachfolgend die ausführlichen Beschreibungen mit allen Infos wie Terminen:

 

AT-1: Die Aktualität von Marx entdecken ? Lesekreis

 

Alle reden in diesem Jahr von Karl Marx, schließlich wäre er ja 200 Jahre alt geworden. Auch im Institut für Humangeographie in Frankfurt, reden fast alle immer mal wieder von Marx, beziehen sich auf ihn, zitieren vielfach aktuelle marxistische Autor*innen. Doch für eine intensive Auseinandersetzung mit Das Kapital - Kritik der politischen Ökonomie, den Thesen gegen Feuerbach oder Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte bleibt in unserem neoliberalen Studium keine Zeit. Wir lesen Harvey und Lefebvre, selten aber marxistische Schriften im Original. Das möchten wir mit einem Lesekreis im kommenden Semester ändern und stellen uns das so vor:

 

Wir würden gerne nach einer ?Lese-Interessensabfrage beim ersten Treffen? einen Leseplan erstellen und uns einmal wöchentlich zum gemütlichen Austausch und Diskussion treffen (gerne auch außerhalb des Campus Westend). Den Termin für das regelmäßige Treffen besprechen wir auch beim ersten Zusammenkommen. Wichtig ist uns, dass der Lesekreis sich besonders an Personen richtet, die wenig bis gar keine Vorkenntnisse haben und auch nicht zwangsläufig Humangeographie studieren. Darüber hinaus wollen wir einen Raum kreieren, der allen Teilnehmenden ermöglicht, Fragen, Unklarheiten und Kritik ohne Ängste oder Scham einzubringen. Die Verantwortung, diesen konstruktiven und respektvollen Raum zu schaffen, liegt bei uns allen.

 

Inhaltlich werden wir zum ersten Treffen einige Möglichkeiten der Primär- und Sekundärliteratur vorstellen, um uns mit den historischen und aktuell verschiedenen Lesarten der Texte vertraut zu machen u.a. David Harvey, Wolfgang Fritz und/oder Frigga Haug, feministische und postkoloniale Perspektiven. Das klingt zunächst sehr unkonkret - wir haben uns aber bewusst entschieden, den thematischen Schwerpunkt des Lesekreises offen zu halten und sind neugierig, was ihr denn einbringen möchtet und spannend findet!

 

Falls ihr Fragen habt, beim ersten Treffen nicht könnt oder Ähnliches, dann schreibt uns gerne an!

Erstes Treffen: 19.04 um 18:00Uhr c.t. in der Fachschaftsecke der Humangeographie (PEG 2.G207)

 

Wir freuen uns!

 

Linda, Nicklas und Susanne (Kontakt: susanne1201@gmx.de)

 

 

AT-2: Orientalismus in den Zeiten von Trump und IS

 

Obwohl Edward Said in seinem 1978 erschienen Buch ?Orientalismus? bereits erklärte, warum die Berichterstattung in Ländern wie den USA ihre Zielgruppe fast zwangsläufig  dazu erzieht, den Islam vor allem als das ?grundsätzlich andere? wahrzunehmen, hat sich das Bild eines Gegensatzes zwischen der ?westlichen Welt? und einem ?islamischen Kulturraum? seit dem Ende des Kalten Krieges weiter verfestigt.

 

Übergriffe auf Moscheen und insbesondere antimuslimisch motivierte Proteste gegen Einwanderung werden im heutigen Europa begleitet von dem Einzug weit rechts stehender Parteien in die Parlamente. Die deutsche und westliche Linke reagiert verunsichert: Sie ist durch den Vorwurf, durch antirassistische Aktivitäten islamistischen Terror zu verharmlosen, unter Druck gesetzt. Was darf man über den Islam sagen, was muss man über den Islam sagen, was verharmlost den Islamismus, was ist rassistisch? Es zeugt sich deutlich, dass weit über das bürgerlich-rechte Spektrum hinaus die konventionelle Rassismusdefinition in der Krise ist. Gleichzeitig mischen sich in die ?Islamkritik? der Rechten nicht nur rassistische, sondern auch neonazistische Untertöne, die immer häufiger selber zum Anlass für terroristische Attacken werden.

 

In dieser Veranstaltung wollen wir versuchen, mit interaktiven Methoden das verbreitete essentialistische Raumverständnis hinter dem Konzept einer ?islamischen Welt? kritisch zu hinterfragen und zu erarbeiten, welche Folgen die darauf basierende Berichterstattung hat. Vergleichend werden wir die Instrumentalisierung des Islam in den Raumkonzepten rechtsextremer Ideologen analysieren.

 

Wir werden zudem anhand einiger Beispiele aus anderen Ländern, anderen Zeiten und grundlegend von der Lage im heutigen Deutschland verschiedenen politischen Konstellationen betrachten, welche geographischen Zuschreibungen mit dem Verständnis von Religionen verbunden sind oder waren. Wir werden interaktiv arbeiten, die Raumvorstellungen hinter Zeitungsartikeln und Zitaten diskutieren, und uns außerdem mit Bildmaterial und Karten beschäftigen, weil diese besonders gut geeignet sind, die Probleme eines Raumkonzeptes zu visualisieren. Sämtliches Material wird von mir mitgebracht, Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Das Tutorium ist für alle Interessierten offen. Es findet ab der zweiten Vorlesungswoche wöchentlich statt.

 

Erstes Treffen:  17.4.2018 um 16:00 Uhr in der Fachschaftsecke der Humangeographie (PEG 2.G207)

Wer Interesse hat und zu diesem Zeitpunkt nicht kann, kann mir gerne eine Mail schicken. Beim ersten Treffen werden auch zukünftige Termine so vereinbart werden, dass es für möglichst viele der Teilnehmenden günstig ist.

Kontakt: ina.krapp@freenet.de

AKTUELL: AUSSCHREIBUNG AUTONOMER TUTORIEN FÜR DAS SOMMERSEMESTER 2018

Liebe Studierende,

auch im kommenden Sommestersemester könnt ihr in der Humangeographie wieder Autonome Tutorien durchführen. Bitte reicht eure Bewerbungen bis zum Freitag, den 9. März 2018, an forumhumangeo-aktiv(at)dlist.server.uni-frankfurt.de (das ist unsere vertrauliche Mailingliste) ein.

Nachfolgend findet ihr ausführliche Informationen zum Bewerbungsprocedere.

Wir wünschen euch viel Erfolg!

Euer Studierendenforum Humangeographie

 

 

Was sind autonome Tutorien?

 

Autonome Tutorien (AT) sollen der Ergänzung und Erweiterung des Lehrangebots am Fachbereich dienen, also humangeographische und verwandte Themen, Perspektiven oder auch Methoden behandeln, die eurer Meinung nach nicht ausreichend vertieft oder gar nicht angeboten werden. Sie sollen euch - sowohl als Teilnehmenden wie auch als Organisierenden - die Möglichkeit geben, euren Interessen über den Standard-Lehrplan hinaus nachzugehen und Neues kennenzulernen.

 

Einen grundlegenden Einführungstext zu AT an der Goethe-Uni im Allgemeinen findet ihr auf der Website des AStA Frankfurts. Für die Humangeographie ist das Studierendenforum (SFH) der richtige Ansprechpartner für die Organisation und Ausschreibung von autonomen Tutorien.

 

 

Bezahlung und zeitlicher Umfang

 

Die Organisation und Durchführung von Autonomen Tutorien (AT) wird finanziell unterstützt, dafür steht Geld aus den QSL-Mitteln zur Verfügung. Wenn ihr ein AT anbietet, bekommt ihr einen Vertrag als studentische bzw. wissenschaftliche Hilfskraft (letzteres, falls ihr bereits einen BA- oder LA-Abschluss habt). Wir streben an, den Aufwand für Vor- und Nachbereitung in gleicher Höhe wie die eigentliche Durchführung zu honorieren. Beachtet aber bitte, dass pro AT nur ein Vertrag gemacht wird. Falls ihr also als Gruppe ein AT anbieten wollt, muss eine Person als offizielle Ansprechperson fungieren und ihr müsst das Geld gegebenenfalls selbstorganisiert unter euch aufteilen.

 

Ihr könnt euch selbst überlegen, welchen zeitlichen Umfang euer AT haben soll, ob es also beispielsweise wöchentlich, zweiwöchentlich oder als Blockseminar stattfindet. Bitte gebt dies auch bei der Bewerbung an, damit wir die eingereichten Bewerbungen einerseits und andererseits die zur Verfügung stehenden Gelder in Einklang miteinander bringen können.

 

Jedes Semester stehen für AT in der Humangeographie Mittel in Höhe von insgesamt 13 SWS zu Verfügung. Eine wöchentliche Veranstaltung entspricht 2 SWS Durchführungszeit plus 2 SWS für Vor- und Nachbereitung, also insgesamt 4 SWS. Ein Semester hat 14 Vorlesungswochen, der Vertrag würde also über 56 Stunden geschlossen werden. Ein Blockseminar oder ein zweiwöchiges Tutorium mit insgesamt 14 Stunden würde hingegen 1 SWS Durchführungszeit plus 1 SWS Vor- und Nachbereitung, ergo 2 SWS entsprechen und einen Vertrag über 28 Stunden bedeuten.

 

 

Bewerbungsunterlagen

 

Wenn ihr ein AT anbieten möchtet, benötigen wir das ausgefüllten Formular (siehe Downloadspalte rechts) und eine mindestens halbseitige Beschreibung eures Vorhabens. Neben dem Titel gehört dazu ein Konzept, das einerseits Struktur und Inhalt und andererseits euer didaktische Herangehensweise skizziert (z.B. geplante Arbeitsformen). Ihr müsst aber für uns nicht einzelne Sitzungen ausarbeiten oder dergleichen, wichtiger ist, das ihr klarmacht, warum ihr das Thema als relevant erachtet. Bitte gebt unbedingt auch an, in welchem zeitlichen Umfang euer Autonomes Tutorium stattfinden soll (wöchentlich = 4SWS Bezahlung, zweiwöchentlich oder als Blockveranstaltung = 2 SWS Bezahlung).

 

Außerdem brauchen wir für die Veröffentlichung im Alternativen Vorlesungsverzeichnis (AVV) des AStA und sonstiges Bekanntmachen einen etwa halbseitigen Ankündigungstext (ca. 2400 Zeichen), der natürlich vor allem Interessierte für euer AT begeistern und zur Teilnahme einladen soll. Ihr solltet dabei beispielsweise auch klarmachen, ob die Teilnahme evtl. fachliches Vorwissen erfordert oder vielmehr für alle Interessierten, möglicherweise auch aus anderen Fachbereichen geeignet ist. Falls euch dies sinnvoll erscheint, können diese beiden Texte auch miteinander identisch sein.

 

 

Bewerbungsfrist

 

Damit wir die Eintragung im AVV gewährleisten können, ist die Bewerbungsfrist am 9.3.2018. Sollten danach noch Mittel zur Verfügung stehen, können weitere Bewerbungen eingereicht werden.

 

Schickt eure Bewerbungen bitte an forumhumangeo-aktiv(at)dlist.server.uni-frankfurt.de (das ist unsere vertrauliche Mailingliste).

 

 

Auswahlkriterien

 

Als transparente Studierendenvertretung listen wir euch nachfolgend einige Kriterien auf, nach denen wir eure Vorschläge auf Eignung prüfen und gegebenfalls auswählen:

 

  • Bewerber_in studiert am Fachbereich 11 (formelles Kriterium).
  • Autonome Tutorien sollen der Ergänzung und Erweiterung des Lehrangebots am Fachbereich dienen. Sie sollen daher insbesondere Themen behandeln, die aus einer anderen Perspektive betrachtet oder sonst am Fachbereich gar nicht angeboten werden, auch untypische und kreative Formen der Auseinandersetzung mit Themen sind sehr gern gesehen.
  • Die in einem Semester angebotenen Autonomen Tutorien sollen zusammen ein möglichst diverses Themenspektrum abbilden.
  • Keine diskriminierenden Themen, bspw. antisemitische, rassistische, faschistische, nationalistische, sexistische, homophobe Inhalte.
  • Studierende, die sich zum ersten Mal auf ein Autonomes Tutorium bewerben, werden bei gleicher inhaltlicher Eignung bevorzugt behandelt.
  • Studierende, die verschiedenen Diskriminierungen ausgesetzt werden, werden bei gleicher inhaltlicher Eignung bevorzugt behandelt.
  • Es gibt keine Bevorzugung aufgrund von Fachschaftstätigkeit oder Beziehungen.

 

Nach der Bewerbung

 

Zunächst bekommt ihr möglichst bald nach Bewerbungsende von uns Bescheid, ob eurer Tutorium durchgeführt werden kann. Anschließend bemühen wir uns um die Veröffentlichung der ATs im AVV des AStA und bewerben sie über unsere Kanäle (bspw. Facebook), ihr seid aber selbst verantwortlich für weitergehende Werbung etc.; wir können schlechterdings versprechen, dass jedes angebotene AT gut besucht wird.

 

Wir würden uns freuen, wenn ihr uns gegen Ende des Semesters bei einem Treffen davon berichtet, wie euer Tutorium lief. Gerne könnt ihr uns auch einen schriftlichen Bericht und/oder eure Sitzungsprotokolle zukommen lassen, sodass wir eine Sammlung der am Fachbereich durchgeführten Autonomen Tutorien aufbauen können.

 

 

Rückblick: Autonome Tutorien in den vergangenen Semestern

 

Zur Anregung eurer Kreativität könnt ihr hier die Alternativen Vorlesungsverzeichnisse des AStA Frankfurts (PDF) aufrufen, in denen die Autonomen Tutorien aller Fachbereiche der Goethe-Universität aufgelistet sind. Die humangeographische Beteiligung lag meist bei ein bis drei Tutorien. Es ist also noch Luft nach oben, am besten gleich bewerben ;)

 

Alternatives Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2017/18

 

Alternatives Vorlesungsverzeichnis Sommersemester 2017

 

Alternatives Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2016/17

 

 

 
 

Die Praktikumsverwaltung (Anmeldung Berufspraktikum, Einreichung Praktikumsunterlagen etc.) in der Humangeographie wird ab sofort (27.04.2017) digital über einen Olat-Kurs organisiert.

Weitere Informationen sind auf den entsprechenden Olat-Seiten zu finden (BA/MA).

(Jens Schreiber)